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Vogesen

Streckensperrungen Vogesen

4 gemeldete Sperrungen in den Vogesen – mit voraussichtlichem Ende, dazu Streckenzustand und Gefahrenstellen.

Aktuell gesperrt

Strecke / StelleWas & warumBis wann
RD431 / RD148 Route des Crêtes (Uffholtz – Col des Bagenelles)Die Collectivité européenne d'Alsace sperrt die Kammstraße gemeinsam mit dem Département des Vosges jedes Jahr über den Winter. Sperrbeginn ist Mitte November (2025: 17. November, 16 Uhr), die Freigabe erfolgt witterungsabhängig Anfang April.Wintersperre Mitte November bis Anfang April
RD430 (Parkplatz Chitelet – Le Markstein)Abschnitt der Route des Crêtes am Hohneck, Teil der jährlichen Wintersperre von Collectivité européenne d'Alsace und Département des Vosges. Offen bleibt die RD430 vom Col de la Schlucht bis zur Auberge Breitzhousen und zur Station Markstein.Wintersperre Mitte November bis Anfang April
RD27 (Col du Platzerwasel – Breitfirst)Zufahrt zur Route des Crêtes, die von der Collectivité européenne d'Alsace zusammen mit der Kammstraße über den Winter gesperrt wird.Wintersperre Mitte November bis Anfang April
Route des Crêtes – Wiederöffnung im FrühjahrDie Freigabe hat kein festes Datum, sondern richtet sich nach Schneelage und Straßenzustand; 2026 wurde die Strecke am 2. April um 16 Uhr wieder freigegeben, 2025 erst am 17. April.Freigabe Anfang bis Mitte April

Stand: 30.07.2026 · Tagesaktuelle Lage vor der Tour über den Verkehrswarndienst prüfen.

Streckenlage

Handschuhpflicht, Crit'Air und Streckenzustand in den Vogesen

Motorrad in einer Kurve auf einer kurvigen Höhenstraße der Vogesen
Kurvenreich über den Kamm

Die Vogesen liegen in Frankreich, unmittelbar westlich der elsässischen Rheinebene und damit dicht an der deutschen Grenze. Die Anreise ist entsprechend kurz – gefahren wird trotzdem nach französischem Recht, mit eigenen Tempolimits und eigenen Ausrüstungspflichten, die deutsche Fahrer regelmäßig kalt erwischen.

Tempolimits und Verkehrsregeln in Frankreich

In Frankreich gelten für Motorräder dieselben Tempolimits wie für Autos: 50 km/h innerorts (in manchen Orten auf 30 abgesenkt), 80 km/h auf Landstraßen ohne baulich getrennte Fahrbahnen – einzelne Départements heben das auf freigegebenen Abschnitten wieder auf 90 km/h an –, 110 km/h auf Schnellstraßen und 130 km/h auf der Autobahn (autoroute). Bei Regen oder nasser Fahrbahn sinkt das Autobahnlimit auf 110, das Schnellstraßenlimit auf 100 und das Landstraßenlimit auf 80 km/h; bei Nebel unter 50 Metern Sicht gilt überall 50 km/h. Helmpflicht besteht für Fahrer und Sozius.

Drei Ausrüstungspflichten kennt das deutsche Recht so nicht. Erstens die Handschuhpflicht: Seit November 2016 müssen Fahrer und Beifahrer homologierte Motorradhandschuhe mit CE-Kennzeichnung (Norm EN 13594) tragen – ein Verstoß kostet 68 Euro und einen Punkt. Zweitens die Warnwesten-Mitführpflicht: Eine reflektierende Weste muss griffbereit am Motorrad liegen, nicht im Rucksack, und wird bei einer Panne oder einem Nothalt angelegt. Drittens die Reflexkleidung: Wer ein Kraftrad über 125 cm³ fährt, muss in Frankreich reflektierendes Material am Körper tragen, mindestens 150 Quadratzentimeter Reflexfläche. Diese Pflicht gilt seit 2013 auch für Durchreisende; die meisten Motorradjacken erfüllen sie über ihre Reflexstreifen, eine unifarbene Lederkombi ohne Applikationen dagegen nicht. Die Promillegrenze liegt bei 0,5 Promille; für Fahranfänger in der dreijährigen Probezeit gilt mit 0,2 Promille faktisch ein Alkoholverbot.

Maut, Umweltplakette und Vignette

Frankreich kennt keine Vignette, aber eine streckenabhängige Autobahnmaut (péage): Man zieht an der Auffahrt ein Ticket und zahlt an der Ausfahrt, Motorräder fallen in die günstige Tarifklasse mit grob sieben Cent pro Kilometer. Die gute Nachricht für die Anreise ins Elsass: Die A35, die das Elsass von der deutschen Grenze bis Mulhouse durchzieht, ist mautfrei – und die Vogesen-Pässe selbst kosten ohnehin nichts.

Pflicht ist dagegen die Crit'Air-Umweltplakette, die auch für Motorräder gilt und am Fahrzeug sichtbar angebracht wird. Gebraucht wird sie in den französischen Umweltzonen (ZFE) – im Vogesenraum betrifft das vor allem die Umweltzone Straßburg, wo ältere Fahrzeuge gesperrt sind. Die Plakette kostet auf der offiziellen Seite certificat-air.gouv.fr rund vier Euro inklusive Versand; Drittanbieter verlangen für dasselbe Papier ein Vielfaches. Wer ausschließlich über Landstraßen zum Kamm fährt und die Großstädte umfährt, kommt in der Praxis ohne sie aus – für die Anreise über die A35 oder einen Stadtbesuch in Straßburg gilt das nicht.

Streckenzustand: gut, aber mit Tücken

Der Belag auf der Route des Crêtes und den großen Cols ist insgesamt gut bis sehr gut. Trotzdem gibt es typische Gefahrenstellen. Auf den Höhenstraßen liegt in unübersichtlichen Kurven gelegentlich Splitt oder Schmutz von den Landwirtschaftsfahrzeugen, die zu den Hochweiden hochfahren. Auf den Kammlagen fällt der Nebel schlagartig ein und drückt die Sicht auf wenige Meter, auch im Hochsommer – unten im Tal ist davon nichts zu sehen.

Die größte Eigenheit sind die Radfahrer: Die Vogesen-Pässe gehören zu den bekanntesten Trainingsbergen Frankreichs, an schönen Tagen sind ganze Pulks unterwegs. In den steilen, oft engen Spitzkehren stehen langsame Radler regelmäßig im toten Winkel. Wer das einkalkuliert und mit Reserve durch die Kurven geht, fährt hier weitgehend stressfrei.

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