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Vogesen

Natur in den Vogesen

Die Naturstopps an der Strecke — und was man dort wissen muss.

Natur

Talsperren, Bergseen und der Anneau du Rhin am Ebenenrand

Wasser ist in den Vogesen ein Streckenthema, weil die Uferstraßen fast immer die schöneren Verbindungen sind. Im oberen Thur-Tal führt die Straße am Stausee von Kruth-Wildenstein entlang, oberhalb von Guebwiller staut sich der Lac de la Lauch im Waldtal. Im Doller-Tal liegen der natürliche See von Sewen und darüber der Lac d'Alfeld, dessen Staumauer aus dem 19. Jahrhundert gebaut wurde, um den Rhein-Rhône-Kanal mit Wasser zu versorgen. Am Kamm bilden Lac Noir und Lac Blanc ein Paar aus zwei Karseen, zwischen denen bis 2002 ein Pumpspeicherwerk aus der Zwischenkriegszeit arbeitete; das Kraftwerksgebäude wurde 2014 gesprengt. Im Nordwesten, bei Celles-sur-Plaine, liegt mit Pierre-Percée der größte Stausee der Region, und in den Nordvogesen ist der Weiher von Hanau zwischen Sandsteinfelsen der klassische Kaffeestopp.

Motorrad an der Ufermauer des Lac Blanc
Rast am Lac Blanc

Die Uferstraßen sind durchweg schmal, oft ohne Mittelmarkierung, mit Ausflugsverkehr, Radfahrern und parkenden Fahrzeugen an den Zugängen. Das sind Schaustrecken, keine Fahrstrecken — wer sie im Kammtempo nimmt, bekommt Ärger mit einer geöffneten Autotür.

Am östlichen Rand des Reviers, in der Rheinebene bei Biltzheim zwischen Colmar und Mulhouse, liegt der Anneau du Rhin. Die Anlage ist privat betrieben, lässt sich in mehreren Streckenvarianten fahren und wird überwiegend für Trackdays, Fahrsicherheits- und Renntrainings genutzt. Teilnahme läuft über die jeweiligen Veranstalter, die auch die Auflagen zu Schutzkleidung und Fahrzeugvorbereitung setzen; spontanes Vorbeischauen ohne Anmeldung führt nicht auf die Strecke. Für eine Vogesenwoche ist das eine sinnvolle Ergänzung: ein Tag auf abgesperrtem Kurs mit reichlich Kurven ohne Gegenverkehr, danach zurück auf die Talauffahrten, die keine halbe Autostunde entfernt beginnen.

Sehenswert

Naturstopps an den Ballons und Hochkämmen

Zwischen den Kurven liegt ein weites, stilles Mittelgebirge aus Wäldern, Hochweiden und glazialen Seen. Fast der gesamte Höhenzug steht als Naturpark unter Schutz.

Gleitschirme über der Bergwiese an der Route des Crêtes, davor ein Motorrad
Gleitschirme über der Route des Crêtes

Der Regionale Naturpark Ballons des Vosges, 1989 gegründet, umfasst mit fast 3.000 Quadratkilometern eines der größten Schutzgebiete Frankreichs und reicht über vier Départements. Sein Markenzeichen sind die Hautes-Chaumes – die offenen Hochweiden auf den Kämmen, über die die Route des Crêtes führt –, dazu Buchen-Tannen-Wälder, Hochmoore und die Tausend-Teiche-Hochfläche im Süden. In den Wäldern leben Reh, Rothirsch, Wildschwein, Dachs und Fuchs, auf den Felsen die Gämse; das seltene, stark gefährdete Auerhuhn gilt als Symboltier der Hochvogesen, bekommt man aber kaum je zu sehen.

Wer einen ruhigen Stopp sucht, findet ihn an den eiszeitlichen Seen der Vallée des Lacs bei Gérardmer oder am Lac Blanc hoch oben am Col du Calvaire. Sehenswert ist auch die Cascade du Tendon westlich von Gérardmer, mit 32 Metern der größte Wasserfall der Vogesen. Zum Höhenwetter: Im Hochsommer steht die Luft in der Rheinebene oft schwül, auf den Kämmen über 1.000 Metern bleibt es deutlich frischer. Dieser Unterschied lässt sich in den Tagesablauf einbauen – morgens los, mittags in der kühlen Höhe, am Nachmittag wieder hinunter in die Wärme.

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